Südseeflair mit Ami-Touch

Es gibt da so Inseln im Pazifik, von denen kennt in Deutschland kaum jemand die Namen und doch sind es Ferienziele. Guam ist ein solches Ferienziel und wir hatten uns diese Insel für einen Kurzurlaub ausgesucht, d.h., in dem koreanischen Reisebüro, wo Jürgen gebucht hatte, gab es kaum eine andere Auswahl, wenn man schnell mal ins Warme wollte.

Guam erreicht man von Seoul aus nach ca. 4 Stunden Flug. Das Flugzeug war voll besetzt, vor allem mit jungen Familien, die wie wir für kurze Zeit das staubige Grau der Stadt hinter sich lassen wollten.

In Guam selbst hat man von den Koreanern nicht mehr viel gemerkt, weil 90% der Touristen Japaner sind. Vielleicht liegt die Beliebtheit der Insel bei den Japanern darin begründet, dass Guam im 2. Weltkrieg von den Japanern besetzt war. Alles dort ist auf die Japaner aus- und eingerichtet. Es wurden einige große Shopping Malls gebaut, die nur vom Umsatz der Touristen leben.

Da wir nicht zum Shoppen hergekommen waren und das tagelange Faulenzen am Strand oder Pool auch nicht unser Ding ist, mieteten wir uns ein Auto und erkundeten die Insel. Mit einer Fläche von 549 km² ist die Insel gar nicht so klein, aber die sehenswerten Ecken hatten wir bald alle abgehakt. Man darf dabei auch nicht übersehen, dass ein großer Teil der Insel von US-Militärstützpunkten belegt und ein weiterer Teil unwegbares gebirgiges Gelände ist.

Hagatna, die Inselhauptstadt, ist ein enttäuschendes Provinznest, aber als wir am Freitagabend dort im "Zentrum" waren, hatten wir das Glück, dass gerade eine Tanzvorführung begann. Die Einheimischen hatten sich zu einem Kino-Open-Air-Abend getroffen und vorher zeigten einige Kinder und Jugendliche- fast alle einheimischer Abstammung - ein paar Südseetänze.

Ein Highlight anderer Art besuchten wir am Samstag: die Talofofo Falls - zwei Wasserfälle, um die herum man einen Park mit einer Seilbahn errichtet hat, um das Ganze richtig touristisch zu vermarkten. Eine besondere Attraktion in diesem Park ist die Yokoi-Höhle, wo 1972 der japanische Unteroffizier Yokoi entdeckt wurde, der seit 28 Jahren in dieser Höhle gelebt hat.

Die drei Tage, die wir auf der Insel hatten, waren genau richtig, um alles Sehenswerte zu sehen ohne dass Langeweile aufkam. Und trotz der vielen Asiaten war es eben ein Stück Land, wo wir alles lesen und uns sprachlich verständigen konnten, was uns einigen Stress ersparte.

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