Koreanisches Hobby

auf der Aussichtsplattform
auf der Aussichtsplattform

Am letzten Samstag - das Wetter war schön - bewegten wir uns mal etwas abseits der Touristenpfade und taten das, was viele, viele Koreaner, besonders die älteren, in ihrer Freizeit gern tun: wir waren wandern.

Um Seoul herum bieten sich einem dazu viele Möglichkeiten, weil die Stadt von Bergen umgeben ist.

Die bekannteste und beliebteste Wandergegend ist der Bukhansan-Nationalpark, der im Norden von Seoul liegt und den man, je nachdem von wo man kommt, in 40-60 min. mit der Metro erreichen kann. Wir nahmen natürlich auch die Metro, was uns erstens nur 1 Euro pro Person und Strecke gekostet hat und man zweitens anders nicht schneller an sein Ziel kommt.

Als wir auf dem Weg dorthin waren, wusste ich noch nicht, dass es mit ca. 9 Millionen Besuchern jährlich der meistbesuchte Nationalpark der Welt ist (im Verhältnis zur Fläche) und er deswegen ins Guinessbuch der Rekorde aufgenommen wurde. Ich erwartete einen Parkplatz mit einem Toilettenhäuschen, eine Raststätte  und eine Informationstafel. Aber weit gefehlt.

Nachdem wir die Metrostation verlassen hatten, mussten wir, bevor wir überhaupt einen Fuß auf einen Wanderweg setzen konnten, an unzähligen Geschäften, Lokalen und Verkaufsständen für Essen und Trinken sowie Wanderausrüstung vorbei. Der Eingang zum Nationalpark entpuppte sich als Shoppingmeile ! Man konnte sich dort nicht nur mit Proviant und alkoholhaltiger Flüssignahrung sondern auch mit der modernsten Ausrüstung aller namhaften Hersteller für Outdoor- und Treckingbekleidung eindecken. Ich hatte ja schon gehört, dass die Koreaner beim Wandern gut ausgerüstet sind und ich habe dort wirklich Gestalten gesehen, die aussahen, als ob sie zur Alpenüberquerung unterwegs wären.

Im Bukhansan-Nationalpark gibt es, noch gar nicht so lange, einen 70 km langen Rundwanderweg. Die 12 Abschnitte am Bukhansan wurden im September 2010 eröffnet, im Juni 2011 folgten die 9 Abschnitte am Dobongsan. Zur Erklärung: Bukhansan bedeutet "Berg nördlich des Han(flusses)"; mit 836 m ist es der höchste Berg im Nationalpark. Der Dobongsan ist ein weiterer Berg im Nationalpark und 739 m hoch.

Wir bewegten uns im Gebiet des Dobongsan und erreichten nach einem längeren Aufstieg eine Aussichtsplattform, von wo aus wir in nördlicher Richtung den Berggipfel und in südlicher die Ausläufer Seouls sehen konnten. Erwähnenswert wäre noch, dass wir am Anfang unseres Aufstiegs an zwei sehenswerten Tempeln vorbeikamen. In Seoul findet man nämlich kaum noch buddhistische Tempel.

Vom Anblick her nicht so faszinierend, aber alt und selten - und deswegen auch in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen - sind die Königsgräber, auf die wir unterwegs und am Ende unseres Weges trafen. Sie wurden im 15. Jahrhundert angelegt und befinden sich in einem erstaunlich gutem Zustand. Fotos davon und von anderen Anblicken während unserer Wanderung sind in der Fotogalerie zu sehen.

 

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