Lobpreisung Buddhas

Es ist schon erstaunlich, dass in einem Land, in dem nicht einmal ein Viertel der Bevölkerung bekennende Buddhisten sind, der Geburtstag Buddhas ein gesetzlicher Feiertag ist. Das ist allerdings erst seit 1975 der Fall, nachdem die buddhistischen Vereinigungen des Landes dies gefordert hatten. Schließlich hat der Buddhismus in Korea eine fast 1000 Jahre ältere Tradition als das Christentum und der 25. Dezember als der Tag der Geburt Christi ist schon seit 1945 ein offizieller Feiertag.

In diesem Jahr fällt Buddhas Geburtstag auf den 28. Mai, aber die Feierlichkeiten dazu haben schon einige Tage vorher begonnen. Ich würde mal den Teil der Feierlichkeiten vor dem eigentlichen Geburtstag als den weltlichen bezeichnen, denn die religiösen Zeremonien in den Tempeln finden am Feiertag selbst statt.

Jedenfalls sind schon seit Wochen die Straßen in der Umgebung eines Tempels mit Lampions geschmückt und es müssen wohl in Seoul allein einige Tausend dieser bunten  Lampions an den Straßenrändern baumeln und teilweise auch im Dunkeln leuchten.

In Seoul wird anläßlich Buddhas Geburtstag jedes Jahr ein Lotos-Laternen-Fest gefeiert, an dessen Ausrichtung zwei große Tempel maßgeblich beteiligt sind.

Gefeiert wurde das gesamte Wochenende, wir beschränkten das Bad in den Massen aber auf den Samstagabend, als die Lotos-Laternen-Parade durch Seouls Zentrum zog. Es war ein beeindruckendes Schauspiel, wie Massen von Menschen als Teilnehmer dieses Umzugs, mit Laternen unterschiedlicher Formen bewaffnet bzw. mit traditionellen Kostümen bekleidet, durch die Straßen zogen und genauso beeindruckend war die Anzahl der Zuschauer, die die Straßen säumten.

Da zogen Mönche genauso vorbei wie ganz normale Einwohner der Stadt als Mitglieder einer Tempelgemeinde, aber auch die Polizeikapelle und Vertreter von Schulen und Universitäten. Es wurde musiziert, getanzt und voller Stolz die großen beleuchteten Figuren auf ihren fahrbaren Untersetzern geschoben.

Wir schauten dem Treiben ungefähr eineinhalb Stunden zu und als wir uns auf den Rückweg machten, war das Ende der Parade noch nicht abzusehen.

Der organisatorische Aufwand, solch eine Veranstaltung diesen Ausmaßes reibungslos über die Bühne zu bringen - in einer Metropole wie Seoul - muss immens gewesen sein.

Man hätte nach der Parade in der Nähe des Jogyesa Tempels - da, wo die Parade endete - noch weiter feiern können, aber wir hatten erst mal genug und bummelten nur noch ein wenig durch das Zentrum.

 

Am Sonntag besuchten wir dann abends den Bongeunsa Tempel - ein bedeutender und großer Tempel in Seoul, dessen Entstehungsgeschichte auf das Jahr 794 zurückgeht.

Schon seit vielen Jahren werden im Rahmen des Lotos-Laternen-Festes auf dem weitläufigen Gelände des Bongeunsa traditionelle Laternen ausgestellt. Diese sind kunstvoll aus Seide und Hanji (koreanisches Papier aus Maulbeerbaumrinde) gefertigt und die verschiedenen Formen symbolisieren verschiedene Bedeutungen, z.B. den Wunsch für Gesundheit, ein langes Leben oder eine gute Ernte.

Es waren weniger Besucher gekommen als ich befürchtet hatte, so dass wir die Gelegenheit hatten, mithilfe eines Stativs schöne Nachtaufnahmen zu machen. Erwähnen möchte ich noch, dass mein Assistent bei dieser Gelegenheit sein Können ganz besonders unter Beweis gestellt und den Titel "Oberassistent" verliehen bekommen hat.

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