Ganz im Osten ...

am Naksansa (Tempel)
am Naksansa (Tempel)

... bzw. im Nordosten von Südkorea befindet sich die Provinz Gangwon-do, die wir am Pfingstwochenende besuchten. Bloß dass wir nicht Pfingsten, sondern Buddhas Geburtstag gefeiert haben.

Gangwon-do ist flächenmäßig eine der größten Provinzen in Südkorea, allerdings hat sie nur etwas über 1,5 Mio. Einwohner. Im Osten wird die Provinz vom Japanischen Meer begrenzt (314 km Küste) und im Norden durch 145 km Militärische Demarkationslinie.

Übrigens liegt der Bezirk Pyeongchang, der die Olympischen Winterspiele 2018 ausrichten wird, auch in Gangwon-do.

Die Provinz ist sehr gebirgig und reich an dichten Wäldern. Das macht sie auch so attraktiv für die Einwohner Seouls, die gern Wandern gehen.

Mittelgebirge mit bis zu 1700 m Höhe, im Osten steil abfallend, nach Westen gemächlicher auslaufend, nehmen 81 % der Fläche ein und nur knapp 10 % der Fläche kann für die Landwirtschaft genutzt werden.

Mal abgesehen von den unvermeidlichen Wohnhochhäusern, die man in den Städten sieht, könnte man - aus Seoul kommend - denken, man ist in einem anderen Land.

im Seoraksan Nationalpark
im Seoraksan Nationalpark

Wir haben uns an den drei Tagen sowohl am Meer als auch in den Bergen aufgehalten und zwischendurch einige der Tempel besucht, die sich an den schönsten Fleckchen in abgelegenen Tälern verstecken. Aber ganz so versteckt sind sie dann doch nicht, denn sie hatten - vor allem wegen Buddhas Geburtstag - enormen Zulauf. Wir hatten das Glück, dass wir in der Nähe eines der größten und bedeutendsten Tempel, des Naksansa, übernachtet haben und so die Atmosphäre dort sowohl am späten Abend als auch am Vormittag außerhalb des ganz großen Ansturmes auf uns wirken lassen konnten.

Die Mischung aus faszinierender Bergwelt, schönen Stränden und dem exotischen Flair der geschmückten Tempel hat das Besondere an diesem Wochenende ausgemacht.

Aber Gangwon-do ist eben nicht nur Naturschönheit Kulturdenkmäler. Je weiter man nach Norgen kommt, desto deutlicher wird man an die Geschichte und den aktuellen Status des Landes (Koreakrieg und Teilung des Landes) erinnert. Man sieht viel Militär und die schönen Strände sind menschenleer, weil nicht zugängig. Sie sind - kilometerlang - mit Stacheldraht abgesperrt. Das trübt die gute Stimmung schon etwas und es wird einem ziemlich mulmig zumute, wenn man die Betonaufbauten sieht, mit denen die Straßen im Nu unpassierbar gemacht werden können.

Wir sind trotzdem in die Demilitarisierte Zone gefahren und haben das Observationsdeck besucht, von wo aus man Richtung Nordkorea blicken kann. In die DMZ zu kommen, war auch wieder so ein Akt. Da wird überall Werbung dafür gemacht, aber an Ort und Stelle findet man kein einziges Wort in Englisch vor. Der Ablauf gestaltete sich so: Auto parken, am Schalter anstellen und ein Formular kaufen, Formular ausfüllen, am Schalter anstellen, Formular abstempeln lassen und Eintrittsgebühr bezahlen, weiterfahren, beim Posten Formular vorzeigen und Schild entgegennehmen, welches sichtbar ins Auto gelegt werden musste. Der Besuch des Observatoriums war kein besonderes Highlight, da es Richtung Norden auch nicht anders aussah. Es war bloß interessant zu sehen, welche nordkoreanischen Produkte im Souvenirshop verkauft wurden.

Insgesamt gesehen waren es doch die kleinen, nicht geplanten Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben werden:

- das Trockenfischfestival in der Nähe von Inje, bei dem wir auf der Hinfahrt
  anhielten und das so liebevoll von den Einwohnern gestaltet wurde;
- die Einkehr in ein Café bei einem Tempel, das in einem neu errichteten
  Blockhaus untergebracht war, wo uns Schweizer Volksmusik
  entgegentönte und wir einen wirklich guten Espresso zu uns nahmen;
- die junge Bedienstete eines Tempels, die uns in perfektem Englisch einlud,
  den Tempelschatz (von Buddha stammende Zähne) anzuschauen;
- die "Suppe vom Seeteufel" (stand wirklich so in der Karte), die wir am
  ersten Abend im Strandrestaurant aßen;
- der Besuch des Teehauses in einem 300 Jahre alten Anwesen einer
  Adelsfamilie;
- die Abendzeremonie in einem Tempel, bei der die Mönche die große
  Trommel schlugen.

 

Schade, dass die schöne Jahreszeit ihrem Ende zugeht und wir auf den Herbst warten müssen, um wieder solche Ausflüge machen zu können.

im Teehaus
im Teehaus

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Kommentare: 1
  • #1

    SeRiKeTo aus Stein (Montag, 04 Juni 2012 15:36)

    Hallo Uta oder Anyo haseyo Uta

    zum Geburtstag, leider etwas verspätet aber um so herzlicher, wünschen Dir die 4 Steiner Alles Gute, Gesundheit und viel Freude in Deiner neuen Zwischenheimat Südkorea. Gleichzeitig möchten wir auch den Jürgen schön grüßen. Wir hoffen, Euch geht es dort sehr gut.
    Wir waren vorige Woche in Thüringen, Urlaub in Friedrichroda mit Stationen auf der Wartburg in Eisenach, auf dem Inselsberg mit Funpark und Sommerrodelbahn, Suhl mit Waffenmuseum, Ilmenau, Manebach und Marienglashöhle. Jetzt haben die Jungs noch eine Woche Ferien und ab 11.6. ist wieder Schulalltag. Rici geht dann ab September auch in die Realschule nach Zirndorf, wie Sebastian.
    Nochmals viele Grüße aus Stein

    Ricardo, Sebastian, Kerstin & Thomas