Von dunklen Wäldern und fliegenden Fischen

im Yakusugi Land
im Yakusugi Land

Weil wir mal wieder etwas Abwechslung in kultureller Hinsicht brauchten, sind wir letzte Woche (wir hatten einen Feiertag) mal in unsere "Zweitheimat" Japan geflogen. Natürlich hatten wir ein besonderes Ziel. Wir haben Japan zwar schon weit bereist und viel gesehen, aber eben noch nicht alles. Und nun wurde ein Traum war, von dem ich dachte, dass er nicht mehr in Erfüllung gehen würde: wir waren auf Yakushima.

Aber der Reihe nach: zunächst sind wir nach Kagoshima geflogen (Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur im Süden Kyushus) und haben uns dort einen halben Tag lang umgeschaut. Ist eine nette Stadt, aber wenn man sie nicht gesehen hat, hat man auch nichts verpasst. Wir haben uns natürlich gleich auf das besonnen, was es eben so nur in Japan gibt und haben sowohl zum Mittag als auch abends rohen Fisch gegessen. Hmmm...

Am nächsten Tag sind wir mit der Fähre (einem Schnellboot) nach Yakushima gefahren. Die Strecke vom Hafen Kagoshima beträgt immerhin ca. 100 km.

Ja, da waren wir nun auf dieser weit über Japan hinaus berühmten Insel und sofort fiel uns das unendliche Grün ins Auge. Grün in allen Schattierungen soweit das Auge reicht und dazwischen ein paar farbige Punkte von blühenden Bäumen und Hortensien.

Nun hieß es eintauchen ins dichte Grün, denn dafür waren wir  - wie ca. 300.000 Touristen jährlich auch - gekommen.

1993 wurde der Zedernwald auf Yakushima mit seinen vielen alten Bäumen von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt und er ist wirklich einzigartig.

Wenn es sonst in Japan um gut begehbare Wanderwege eher schlecht bestellt ist, so hat man auf Yakushima - natürlich auch mit Hinblick auf den Schutz des Waldes - gute Pfade angelegt, die zu den einzelnen alten Baumriesen führen. Es gibt Pfade auf Holzplanken für die schlecht ausgerüsteten Touristengruppen mit wenig Zeit und solche über Stock und Stein, die in einem längeren Rundkurs etwas weiter in Wald führen - für solche Leute wie uns, die etwas gehen und sehen wollen, ohne gleich eine Gipfelbesteigung in Angriff zu nehmen.

Als wir am zweiten Tag auf Yakushima durch den dichten Zedernwald gewandert sind, hatten wir das für die Gegend typische Wetter, nämlich Regen (die jährliche Niederschlagsmenge in den Bergen beträgt 8000 mm).

Aber feucht wäre es auch ohne Regen gewesen und diese Witterung, bei der ein diffuses Licht im Wald herrschte, schuf eine ganz besondere Atmosphäre, die einfach unvergesslich bleibt.

Ganz besonders und unvergesslich waren auch wieder die Mahlzeiten. Ihr habt sicher schon erraten, was wir gegessen haben - richtig, rohen Fisch.

Die fliegenden Fische gibts hier wirklich und im Lokal, wo wir zweimal zu Abend gegessen haben, wurden sie uns als tagesfrischer Fang gezeigt und wir haben sie auch als Sashimi verspeist.

Auch als wir Yakushima nach zwei Tagen wieder verlassen hatten, erwarteten uns noch weitere Highlights. Da war einerseits das Hotel in Ibusuki, einem Küstenort am südöstlichen Zipfel der Satsuma-Halbinsel, wo wir nach langer Zeit wieder einmal in den Genuss eines Bades im Onsen gekommen sind und wo uns ein vorzügliches Abendessen serviert wurde.

An unserem letzten Tag, bevor wir von Kagoshima aus wieder nach Seoul geflogen sind, hatten wir noch Zeit, auf der Satsuma-Halbinsel das Eine oder Andere anzuschauen, wobei die Samurai-Häuser bzw. deren Gärten aus dem 18. Jahrhundert in Chiran zweifellos das Beeindruckendste an diesem Tag waren.

Ganz , ganz zum Schluß, also kurz vor dem Einsteigen ins Flugzeug gab´s noch ein Fußbad in der heißen Quelle.

Schön war´s, Japan, und wir kommen wieder.

am Flughafen Kagoshima
am Flughafen Kagoshima

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