Ein Sonntag im Wald

Zugang zum Seoul Forest
Zugang zum Seoul Forest

Wir haben ein wirklich schweißtreibendes Wochenende hinter uns. Nachdem es die Tage vorher bei Temperaturen um die 25°C und einem kühlenden Lüftchen schon richtig angenehm war, zeigte uns der Sommer noch einmal, was er drauf hat. Das Thermometer kletterte über 30°C, der Wind hatte sich gelegt und die Luftfeuchtigkeit von ca. 70% machte einen Aufenthalt im Freien alles andere als angenehm. Aber nachdem wir uns am Samstag in die klimatisierten Räumlichkeiten des Seoul Arts Center geflüchtet hatten, wollten wir am Sonntag unserer Haut die Möglichkeit zur Vitamin-D-Synthese geben. Und so machten wir uns auf - so leicht bekleidet wie möglich - in den Seoul Forest. Dass es sich hierbei nicht um einen Wald, wie der Name nahelegt, sondern um eine große Parkanlage handelt, wurde mir auch erst klar, als ich dort ankam. Aber wenn ich es mir recht überlege, ist der Name "Seoul Forest" doch ganz treffend gewählt. Das 1,16 km² große Areal - eine Halbinsel, gebildet durch den Hangang und einen seiner Nebenflüsse - war in früheren Zeiten ein Jagdgrund der königlichen Familie, später befand sich hier ein Golfplatz sowie ein Pferderennplatz, bevor im Jahr 2002 der Seouler Bevölkerung dieser Park übergeben wurde. Im Vergleich zu anderen Parks der Stadt stehen hier wirklich viele Bäume, besonders der alte Baumbestand ist beachtlich. Und so haben wir auch einige Baumarten entdeckt, die uns bis dato unbekannt waren. Bei einem ausgedehnten Rundgang durch verschiedene Teile des Parks haben wir neben plantschenden Kindern, Rehen und Schmetterlingen auch viel Blühendes gesehen. Es hat eben alles seine zwei Seiten: die heftigen Regenfälle der letzten Wochen haben einerseits die uns quälende hohe Luftfeuchtigkeit zur Folge, aber andererseits auch eine tropisch anmutende Flora. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den Herbst. Wie wunderschön das gefärbte Laub unter einem strahlend blauen Himmel leuchten wird, kann ich mir schon gut vorstellen.

Aber noch ist es nicht soweit, jetzt heißt es erst einmal weiter Schwitzen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0