Reif für die Insel

Ganghwa-do, Samnangseong
am Samnangseong Fort

Zum Staatsgebiet von Südkorea gehören rund 4400 Inseln, die - bis auf wenige Ausnahmen - den Küsten im Süden und Westen vorgelagert sind.

Nicht weit von Seoul (ca. 60 km nordwestlich) liegt Ganghwa-do, mit 302,4 km² Fläche die fünftgrößte Insel Südkoreas, der wir am Samstag einen Besuch abstatteten.

Ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte, vielleicht ein etwas beschauliches, ländlich anmutendes Inselchen, aber genau das ist Ganghwa-do nicht. Die Insel ist durch zwei Brücken mit dem Festland verbunden und gehört zum Großraum Seoul. Und genau das sieht man auch. Ganghwa, der Hauptort der Insel gleicht vom Erscheinungsbild her jedem beliebigen Vorort von Seoul. Auch hier hat man die Landschaft mit Hochhaus-Komplexen verschandelt. Aber irgendwo müssen ja die ca. 70.000 Einwohner der Insel wohnen.

Der Schock des ersten Eindrucks legte sich, als wir ins Inselinnere fuhren. Die Häuser wurden weniger, dafür erfreuten Reisfelder das Auge und bewaldete Hügel (der höchste Berg ist 469 m hoch) luden zum Wandern ein. Eigentlich ist die Insel ein einziges Freiluftmuseum und wir erkannten bald, dass es unmöglich ist, an einem einzigen Tag all die Zeugnisse der bewegten Geschichte zu besichtigen. So haben wir uns von allem etwas rausgepickt: eine Festung, einen Palast, einen Tempel, den größten der Dolmen. Auf Ganghwa-do befindet sich eine von drei Dolmenstätten in Südkorea, die im Jahr 2000 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden.

Zum Abschluss machten wir noch einen Abstecher zum Strand, wo uns wieder eine Überraschung erwartete. Einen Sandstrand gab es, Menschen auch , und zwar nicht zu wenig. Bloß Wasser war keines da. Es war Ebbe und, so weit das Auge reichte, kein Wasser in Sicht. Die Koreaner scheinen den Gezeitenplan zu kennen, denn bei Flut wären sicher nicht so viele Menschen vor Ort gewesen - in Familie oder mit Freunden, meistens mit Zelt und immer mit Grillausrüstung. Zu Hunderten suchten sie das Watt nach essbarem Getier ab. Na ja, wenn´s Spaß macht.

Dem Watt kann ich nichts abgewinnen, aber ansonsten ist Ganghwa-do sicher mal wieder ein Ausflugsziel für uns - man muss ja nicht in die Stadt fahren.

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