Himmel und Hölle in Busan

Feuerwerk am Gwangalli Beach , Busan
Feuerwerk am Gwangalli Beach

Ein Besuch von Busan, der zweitgrößten Stadt Südkoreas, stand mit ganz oben auf unserer To-do-Liste, wir hatten bloß noch keinen geeigneten Termin gefunden. Als wir dann in Erfahrung gebracht hatten, dass am letzten Oktoberwochenende dort das Feuerwerksfestival stattfindet, haben wir, auf Nummer sicher gehend, Zugtickets und eine Übernachtung gebucht. Dass vielleicht das Wetter nicht passen könnte, auf die Idee sind wir nicht im Traum gekommen, so sonnenverwöhnt wie wir von diesem Oktober waren.

Die Meteorologen zeichnen sich hier nicht durch besondere Treffsicherheit ihrer Vorhersagen aus, aber mit der Vorhersage, dass es am Samstag, 27.10. landesweit regnen wird, behielten sie recht.

Die Fahrt mit dem KTX (der koreanische ICE), die für die 450 km von Seoul nach Busan nur gut 2 Stunden dauerte, war noch ganz angenehm. Aber etwas später begann das Dilemma. Es schüttete wie aus Eimern und unsere Hoffnung, dass es bald aufhören könnte, verflüchtigte sich im Laufe des Nachmittags. Wir konnten zwar schon am frühen Nachmittag im Motel einchecken, aber dort den Rest des Tages zu verbringen, war natürlich keine Option. Also auf ins Museum. Schließlich fand ja gerade die Busan Biennale statt und solch eine international beachtete Ausstellung konnte man sich ja mal ansehen. Auf dem Weg dorthin wurden unsere Schuhe geflutet, da das Wasser knöchelhoch auf den Straßen stand. Tolle Aussicht, die nächsten Stunden mit nassen Füßen durch die Gegend zu laufen !

Nebenbei bemerkt hat uns die Biennale nicht vom Hocker gerissen, das Verständnis für moderne Kunst geht uns ab, aber wenigstens waren wir im Trockenen. Als wir dann von offizieller Seite erfahren hatten, dass das Feuerwerk auf Sonntagabend verschoben wurde, beschlossen wir, den Abend in "Centum City", dem, laut Guinessbuch der Rekorde, größten Kaufhaus der Welt, zu verbringen. Nach Shoppen stand uns nicht der Sinn, aber wie vermutet, fanden wir dort einen Food Court sowie ein Kino. Nach leckeren Singapore Nudeln, die wir mit Blick auf die bevölkerte Eisbahn genossen, machten wir es uns 2,5 Stunden im Kinosessel bequem und ließen "007" um sein Leben kämpfen bzw. seinen Widersacher bekämpfen. So haben wir diesen Samstag trotz aller Widrigkeiten zwar nicht wie geplant aber trotzdem ganz gut rumgebracht.

Am Sonntag lachte uns dann ein blauer Himmel an, als ob nie ein Wölkchen ihn trüben könnte, und wir konnten endlich mit unserem Besichtigungsprogramm starten. Ein Bus brachte uns zum am Meer gelegenen Haedong Yonggung Tempel, wo wir vor lauter Menschen Mühe hatten, etwas von der Tempelanlage zu sehen. Das war schon mal ein kleiner Vorgeschmack darauf, was uns dann am Abend erwartete.

Den Nachmittag verbrachten wir dann ganz gemütlich mit einem Spaziergang am Haeundae Strand und der angrenzenden Dongbaek Halbinsel. Wir haben nur einen kleinen Teil der Millionenstadt gesehen und der hat uns ausnehmend gut gefallen. Um die Lage am Meer beneide ich die Menschen dort schon.

Aber wir hatten ja noch den Besuch eines anderen Strandes, des Gwangalli Strandes, wo das Feuerwerk stattfand, vor uns. Vom Strand selbst haben wir allerdings nicht viel gesehen. Mehr als zwei Stunden vor Beginn des Feuerwerks waren wir dort und hatten Schwierigkeiten, ein Plätzchen zu finden, wo man einigermaßen bequem sitzen konnte und noch dazu eine gute Sicht hatte.

Offiziell ist die Rede von mehr als 1 Million Besuchern; vorstellen kann man  sich die Massen eigentlich nicht, man muss sie gesehen haben.

Nun fragt sich sicher der Eine oder Andere, wieso wir uns das Feuerwerk ansehen konnten, obwohl wir am Abend sicherlich schon auf der Rückfahrt sein wollten.

Unser Zug zurück nach Seoul wäre am Sonntag um 17.30 Uhr gefahren, wir konnten aber die Sitzplatzreservierung tauschen für den Zug um 22.00 Uhr. Das war noch eine annehmbare Zeit, hieß aber, dass wir das Feuerwerk, das 50 min. dauerte, nicht bis zum Schluß anschauen konnten.

Wären wir nicht vorzeitig aufgebrochen, um eine U-Bahn zum Hauptbahnhof zu erwischen, wären wir aufgrund der Menschenmenge niemals rechtzeitig zu unserem Zug gekommen.

Das Feuerwerk war gigantisch. Neben denen in Japan eines der schönsten, die ich bisher gesehen habe. Wir haben Einiges dafür auf uns genommen, aber es hat sich gelohnt.

Fotos von Busan gibt es in der Galerie und Videos vom Feuerwerk sind auch eingestellt.

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