Say "Kimchi" ...

frischer Kimchi
Frisch zubereiteter Kimchi vor dem Einlegen

... lautet die Aufforderung in Korea, wenn man in die Kamera lächeln soll.

Warum ? Ganz einfach: Kimchi ist hier - im wahrsten Sinne des Wortes - in aller Munde. Zu einer koreanischen Mahlzeit gehört Kimchi einfach dazu.

Vergleichen kann man Kimchi mit unserem Sauerkraut, da beim Kimchi der Kohl auch milchsauer vergoren wird. Bloß der Geschmack ist vollkommen anders, da außer Salz dem Kohl noch eine Würzpaste zugegeben wird, die immer aus Chiliflocken, Knoblauch, Ingwer, Lauch und manchmal Fischsauce besteht. In jeder Region schmeckt der Kimchi anders und jede Familie hat ihr eigenes Rezept.

Als Beilage esse ich ihn ganz gern und die Tatsache, dass Kimchi sehr gesund ist und hauptsächlich im Winter deshalb gegessen wird, weil er viel Vitamine und andere gesundheitsfördernde Stoffe enthält, sollte man nicht außer Acht lassen.

Herbstzeit ist Kimchizeit, sprich die Zeit, in der der Winterkimchi zubereitet wird. Traditionell macht jede Familie ihren eigenen Kimchi und so kann man in den Supermärkten oder auf den Straßenmärkten sehen, wie die Chinakohlköpfe zuhauf und die Chiliflocken säckeweise weggeschleppt werden.

Das soziale Gefüge ist in Korea noch ein anderes als in Deutschland und so sorgt man sich sogar von offizieller Seite darum, dass die älteren Mitbürger mit einem Vorrat an Kimchi versorgt werden.

So wurde diese Woche vor dem Verwaltungsgebäude des Stadtbezirks Seocho (ganz nah zu unserer Wohnung, obwohl wir im Gangnam-gu wohnen) von vielen Freiwilligen ganz viel Kimchi zubereitet. Da auch die ausländischen Mitbürger dazu aufgerufen waren, habe ich mich an der Aktion beteiligt.

Zwei Stunden lang die halbierten Chinakohlköpfe mit Würzpaste einzuschmieren, war keine große Sache. Wir hatten unseren Spaß dabei, zumal wir durch unsere Verkleidung ziemlich witzig aussahen (siehe Foto).

Dass ich bzw. wir alle in diesem Aufzug unzählige Male fotografiert wurden, passte mir gar nicht. Ausländer beim Kimchimachen - das war ein gefundenes Fressen für die Pressefuzzis und die Obersten vom Seocho-gu können sich brüsten, wie gut die Ausländer integriert sind.

Na ja, was soll`s. Es hat einer guten Sache gedient.

Mit nach Hause nehmen durften wir auch etwas vom Kimchi. Aber der muss jetzt noch "reifen", wird also erst später verkostet.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Susanne Karato (Donnerstag, 15 November 2012 17:07)

    Habe Deine Webseite gelesen und finde es toll, dass Du
    beim Kimchieinlegen mitgemacht hast. liebe Gruesse
    Susanne