Wintervergnügen

Die Koreaner finden immer eine Gelegenheit, sich zu vergnügen, auch im Winter. Jetzt ist die Zeit, wo an einigen Orten im Norden und Osten Südkoreas Eis- bzw. Schneefestivals stattfinden.

Da in Seoul selbst kein Schnee liegt, sind wir am Samstag nach Hwacheon gefahren (120 km nordöstlich von Seoul), wo über einen Zeitraum von drei Wochen das angeblich viertgrößte Eisfestival der Welt stattfindet.

Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter: es war ein sonniger, relaiv warmer und windstiller Tag, so dass es kein Problem war, sich einige Stunden lang im Freien aufzuhalten, um das bunte Treiben auf dem Eis zu beobachten.

Wir hatten gelesen, dass jedes Jahr 1 Million Besucher nach Hwacheon zum Eisfestival kommen und hatten großes Gedränge befürchtet. Es war zwar etwas problematisch, das Auto loszuwerden, aber dann ging es recht entspannt zu. Die Besucher hatten sich auf der riesigen Fläche des zugefrorenen Hwacheon-Flusses verteilt und außer bei den Ständen, wo man den selbst geangelten Fisch zubereiten lassen konnte, gab es keine Schlangen.

Das Eisangeln ist hier sehr beliebt und Viele sind sicher nur deswegen zum Festival gefahren. Es sind spezielle Fische, die da geangelt werden - Bergbachforellen. Man muss sich einen Berechtigungsschein kaufen, bekommt für eine bestimmte Zeit ein Eisloch zugewiesen und darf dann maximal drei Fische angeln. Wir hatten keine Lust darauf, aber es war lustig anzusehen, wie sich Hunderte von Leuten auf einer Eisfläche, die einem Schweizer Käse ähnelte, abmühten, die Fische aus dem Wasser zu bekommen. Eine weitere Attraktion war noch das Fischen mit der bloßen Hand. Zuerst wurden die Fische in ein großes Wasserloch gekippt und dann sind ein paar Mutige ins kalte Wasser gestiegen und haben die Fische wieder rausgeholt. Na ja, andere Länder, andere Sitten.

Wir haben uns jedenfalls prächtig amüsiert und haben Forelle im Restaurant gegessen.

Später waren wir noch im Ort, wo Live-Musik gespielt wurde und in einer riesigen Halle, die man in den Berg gehauen hatte, Eisskulpturen zu bewundern waren. Dort hatte man sich wirklich große Mühe gegeben und ich war überrascht von der Größe der Ausstellung und der Größe der Skulpturen. Wenn man bedenkt, dass Hwacheon eine Kleinstadt mit nicht mal 20.000 Einwohnern ist, ist es umso bewundernswerter, was dort jedes Jahr auf die Beine gestellt wird.

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