Frühlingszeit - Blütezeit - Reisezeit

Der Hwaeomsa Tempel im Jirisan-Nationalpark
Tor am Hwaeomsa

Ein ganz normaler Samstagmorgen, kein Feiertag, kein verlängertes Wochenende. Trotzdem ist die Autobahn voll, die Rastplätze, von denen es gar nicht so wenige gibt, sind überfüllt. Kann man dann doch mal auf einen Rastplatz auffahren und ergattert einen Parkplatz, findet man sich vor der Toilette in einem Pulk laut schwatzender Koreanerinnen in Wanderbekleidung wieder, weil gerade ca. 30 Reisebusse ihre Fracht ausgespuckt haben. Ehrlich, es ist kein Vergnügen !

Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich denken, dass die Seouliter gerade fluchtartig die Stadt verlassen wegen der angeblichen Bedrohung aus nördlicher Richtung. Aber darüber ist hier niemand besorgt.

Es ist einfach nur Ende März und im Süden des Landes blühen bereits die Bäume. Und die Einwohner Seouls haben genauso wie wir genug vom Grau-in-Grau der letzten Monate und lechzen nach der erwachenden Natur.

So schlimm war die Fahrt nach Süden dann doch nicht und noch vor der Mittagszeit trafen wir im Jirisan-Nationalpark ein. Da wir vermuteten, dass die Mehrzahl der Reisenden zu einem der Blütenfestivals unterwegs waren und wir dort wohl keinen Parkplatz mehr bekommen würden, besuchten wir zunächst einen der empfohlenen Tempel, den Hwaeomsa. Das war eine gute Entscheidung, gab es doch im Tempelgelände viel zu entdecken- sogar blühende Bäume - und die Besucherzahl hielt sich in Grenzen. (Fotos gibt es in der "Galerie Südkorea - im Land")

Dass die Koreaner nicht gerade flexibel sind bezüglich ihrer Reiseroute, merkten wir besonders am Nachmittag. Lieber stehen sie stundenlang im Stau, um doch noch zu einem der Festivals zu gelangen, als sich anderenorts nach blühenden Bäumen umzuschauen.

Wir haben, auch ohne ein Festival zu besuchen, wunderschön blühende Bäume gesehen (sogar schon Kirschblüten, womit wir nicht gerechnet hatten) und auf einem abgelegenen Tempelgelände waren wir sogar die einzigen Besucher.

Nach einer Nacht in einer Pension fuhren wir dann doch zu einem Blütenfestival in eine Gegend, wo viele Kornelkirschen wachsen. Diese Bäume hatten wir bisher noch nicht in ihrer Blüte gesehen und das zarte Gelb, das als Sprenkel in der Landschaft leuchtete, war mal ein ganz anderer Anblick.

Was auf solch einem Festival abgeht, ist nicht so unser Ding, aber für Koreaner eben das Höchste. Also haben wir uns nicht allzu lange aufgehalten und sind noch in die Stadt Namwon gefahren, wo es einen schönen Garten gibt, der bereits im Jahr 1419 angelegt wurde. (Fotos in der "Galerie Südkorea - im Land") Mit einem Spaziergang durch den Garten, wo die Bäume bereits das erste Grün zeigten, hatten wir einen schönen Abschluss unseres Ausflugs, bevor es wieder auf die volle Autobahn ging.

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