Blütentraum

Songgwangsa in Jeollabuk-do
auf dem Gelände des Tempels Songgwangsa

Eigentlich hätte ich hier die gleiche Überschrift wählen können wie für den Beitrag vom 05. April. Denn es blüht und blüht, nur dass es diesmal Unmengen von blühenden Azaleensträuchern waren, die wir auf unserer letzten Landpartie gesehen haben. Es gibt hier zwei Arten von Azaleen, einmal die "normalen", die wir auch in Deutschland haben, mit Blüten in Rot, Pink oder Weiss. Diese werden angepflanzt und man sieht sie auf Grundstücken, auf Rabatten und am Wegesrand. Es ist unglaublich, wie viele dieser Sträucher in Südkorea angepflanzt wurden ! Solch eine Blütenfülle haben wir selbst in Japan nicht gesehen. Und dann gibt es die Königsazaleen, die in einem zarten Lila blühen. Die Sträucher werden richtig hoch (bis ca. 2 m) und wachsen wild. Ganze Berghänge sind dann in diesen zarten Farbton getaucht - ein unvergesslicher Anblick.

Während wir den ersten Tag unseres Wochenendausfluges den Azaleen widmeten und auch wieder alte Tempel besuchten, wo wir fast allein waren, suchten wir am Sonntag das Bad in der Menge. Anders kann man es nicht bezeichnen, wenn man sich zu einem der größeren Festivals in Südkorea begibt. Und dazu zählt das Bambusfestival in Damyang, das in diesem Jahr zum 15. Mal gefeiert wurde, zweifelsohne. Das Festivalgelände ist zum Glück riesig, so dass sich die Besucher, die in Busladungen aus dem ganzen Land sowie der nahegelegenen Millionenstadt Gwangju anreisen, verlaufen.

Und Koreaner findet man sowieso meistens dort, wo es etwas zu essen gibt. Demzufolge konnten wir ganz entspannt über das Gelände spazieren und die unglaublich vielen Produkte aus Bambus, die man sonst hier eher selten zu Gesicht bekommt, bestaunen. Es wurde sogar eine internationale Verkaufsmesse für Bambusprodukte abgehalten.

Die Attraktion von Damyang, die man das ganze Jahr über besuchen kann, war leider etwas überlaufen. Es gibt einen schönen Bambuswald, der unbedingt einen Besuch wert ist. Wir haben uns schon vorgenommen, noch einmal in diese Gegend zu fahren, wenn es hoffentlich nicht so überlaufen ist.

Was wir bei unseren Fahrten übers Land besonders schätzen: es kann an einem Ort noch so voll sein, ein paar Kilometer entfernt, meistens auch an einem sehenswerten Ort, trifft man keinen Menschen. So konnten wir an diesem Sonntag bei einem Spaziergang durch einen kleinen Ort hin zu einem ganz reizenden Pavillon aus dem Jahr 1652, idyllisch an einem Teich gelegen, noch eine ungewohnte Stille erleben, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

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