Auch in diesem Jahr: Buddhas Geburtstag

Deokjusa in Jecheon-si
am Deokjusa (Tempel)

Wegen meiner vielen Ausflüge in den letzten Tagen (das schöne Wetter muss genutzt werden) hinke ich mit meiner Berichterstattung etwas hinterher. Nun will ich endlich über unser langes Wochenende zu Buddhas Geburtstag, der in diesem Jahr auf den 17. Mai fiel, berichten.

Los ging´s mit Stau auf der Autobahn - wie fast immer. Da hilft auch frühes Aufstehen nicht, denn das können die Koreaner auch. Zu unserem ersten Ziel, dem Hantaek Botanischen Garten, mussten wir nur knapp 70 km fahren, so dass unsere Nerven nicht allzu stark strapaziert wurden. Nach der Fahrt in der Blechkolonne war der Aufenthalt dort eine Wohltat, zumal sich der Besucherandrang in Grenzen hielt. In diesem botanischen Garten, der mit einer Fläche von ca. 40 Hektar der größte seiner Art in Asien sein soll, kann man viele seltene und vom Aussterben bedrohte Pflanzen entdecken, aber wir machten einfach einen gemütlichen, ausgedehnten Spaziergang und erfreuten uns an den vielen Blüten. Es war dann Mittag als wir weiterfuhren Richtung Jecheon, einer Stadt, die ca. 120 km südöstlich von Seoul zwischen Bergen an einem großen See liegt. Da der See erst am nächsten Tag unser Ziel war, hatten wir noch Zeit für eine Tempelbesichtigung. Der Deokjusa, etwas abseits oberhalb eines Tals gelegen, ist nicht sehr groß, blickt aber auf eine lange Geschichte zurück. Er soll bereits im Jahr 586 gegründet worden sein. Nach seiner Zerstörung im Korea-Krieg wurde er 1,7 km von seinem ursprünglichen Standort wieder aufgebaut. Es ging dort am Nachmittag recht ruhig zu, waren doch die meisten Besucher der Zeremonie zu Buddhas Geburtstag bereits abgereist. Man merkte trotzdem, dass es ein besonderer Tag war. Hat uns doch eine der freiwilligen Helferinnen einen Teller mit Melonenscheiben gereicht. So etwas ist uns auch zum ersten Mal passiert.
Was uns dann in dem Hotel passierte, wo wir übernachten wollten, war alles andere als lustig. Jürgen hatte den Ort Suanbo für eine Übernachtung ausgesucht, weil es dort heiße Quellen gibt.Für eines der zahlreichen Hotels, das auch mit der heißen Quelle wirbt, hatte er ein Zimmer gebucht und bereits bezahlt. Nun sagte man uns allerdings bei unserer Ankunft, dass kein Zimmer mehr frei sei.Wir ließen uns natürlich nicht abwimmeln und nach einigem Hin und Her fand sich dann doch ein Schlüssel für ein freies Zimmer. Ich nehme mal an, dass andere Gäste, die nach uns einchecken wollten, dann Pech gehabt haben.

Am nächsten Morgen war es dann vorbei mit dem schönen Wetter, so dass ich, als wir am See ankamen, kein gutes Licht zum Fotografieren hatte. Nun, es war auch nicht die richtige Jahreszeit für schöne Fotos; die Kirschblüte war vorbei und so richtige atemberaubende Anblicke wird es erst wieder im Herbst zur Laubfärbung geben. So konzentrierten wir uns auf den Park des kulturellen Erbes, der sich am Cheongpung See befindet. Der See ist ein großer Stausee und während des Baus des Chungju Dammes wurden in den Orten, die nach der Flutung des Tales im Jahr 1985 unter Wasser lagen, kulturhistorische Schätze (verschiedene Häuser, Versammlungshallen, Tempel und auch Buddhastatuen) zusammengetragen und in diesem Park wieder aufgebaut.

Der Nachmittag bescherte uns nicht nur Sonnenschein sondern ein ganz unerwartetes Highlight. Hatten wir doch mit dem Guinsa (Tempel), der sich in einem engen Tal der Sobaek-Berge befindet, nicht nur einen besonders großen, sondern architektonisch auch einmaligen Tempel gefunden. Dort gibt es nicht nur viele, sondern auch große mehrstöckige Gebäude, in denen gleichzeitig 10.000 Mönche beherbergt werden können. Mönche haben wir nicht so viele gesehen, dafür zahlreiche Besucher, die allerdings nicht alle die Ausdauer besessen haben, bis zum obersten Gebäude vorzudringen, von wo aus man einen unvergesslichen Blick ins Tal hat. Als Bonus gab es unzählige blühende Azaleensträucher und Hunderte farbenfroher Lampions.
Den Sonntag verbrachten wir dann wieder in Seoul. Es war Regen angesagt (der auch eintrat) und so fuhren wir nach der Besichtigung des Guinsa wieder nach Hause.

Untenstehend gibt es Bilder aus dem botanischen Garten. Die anderen Fotos dieser zwei Tage sind in der "Galerie-Südkorea im Land" (Highlights in der Provinz Chungcheongbuk-do) zu finden.

 

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