Das alte Korea lebt

Workshop im Hanji Museum Jeonju
im Hanji Museum in Jeonju

... in der Stadt Jeonju, 230 km südlich von Seoul. Die Hauptstadt der Provinz Jeollabuk-do blickt auf eine reiche Geschichte zurück, ist aber nur deshalb nicht in der Bedeutungslosigkeit versunken, weil es gelungen ist, einen Stadtteil mit traditionellen Häusern, den sogenannten Hanoks, vor dem Abriss zu bewahren. Die Häuser wurden aufwändig restauriert und so hat Jeonju mit dem Hanok-Dorf nicht nur eine Attraktion für in- und ausländische Touristen zu bieten, sondern gleichzeitig eine der acht slow cities in Südkorea. (Mehr über die Cittàslow-Bewegung, kann man unter http://de.wikipedia.org/wiki/Citt%C3%A0slow erfahren.)
Wir sind hauptsächlich wegen des Hanok-Dorfes nach Jeonju gefahren und wenn man dort durch die Gassen schlendert, kommt man sich wirklich vor wie auf einer Zeitreise. Das Hanok-Dorf ist nicht sehr groß und so haben wir gleich zweimal einen Spaziergang dort gemacht - zuerst zur Mittagszeit, mit Einkehr in eines der Restaurants, um das berühmte Jeonju-Bibimbap zu essen, und nach dem Abendessen, um ein paar stimmungsvolle Fotos zu machen. Zwischendurch waren wir im Hanji-Museum, welches vom größten Papierhersteller Südkoreas betrieben wird. Ich bin begeistert von Hanji (bedeutet wörtlich „Koreanisches Papier“) und so war der Museumsbesuch inklusive eigenem Papierschöpfen genau das Richtige für mich. (Interessierte können hier mehr über Hanji erfahren: http://www.hanji.de/)

Am Sonntag hat uns dann das Wetter, entgegen der Vorhersage, im Stich gelassen. Doch durch den Besuch zweier Tempel und eines Keramik-Museums hatten wir trotzdem einen interessanten Tag.

Und zwei Tage später war ich dann schon wieder in Jeonju. Der Deutsche Club Seoul, bei dem ich Mitglied bin, hatte eine Einladung zu einem Musikfestival erhalten. Eine in Jeonju ansässige Bank hatte die Einladung ausgesprochen und den Tag entsprechend organisiert. Wir wurden in Seoul mit einem Reisebus abgeholt; in Jeonju wurden wir zum Bankgebäude gefahren, wo wir von der Frau des Bankdirektors empfangen wurden und man uns ein exzellentes Mittagessen servierte. Anschließend nahmen wir am Festival im Hanok-Dorf teil und bevor der Bus zurück nach Seoul gefahren ist, gab es noch ein Abendessen in einem traditionellen koreanischen Restaurant. Ich habe mich den ganzen Tag wie eine VIP gefühlt und kann noch gar nicht glauben, dass ich all das erleben durfte, ohne auch nur einen einzigen Won dafür bezahlt zu haben.

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