Geschichte eines Fotos

Bevor ich berichte, wie es dazu kam, dass ich mit einer Klasse koreanischer Grundschüler auf einem Foto bin, muss ich vorausschicken, wo ich gestern, als das Foto entstand, war.

Eine meiner deutschen Freundinnen ist im Juni nach Wonju gezogen. Diese Stadt mit ihren 300.000 Einwohnern liegt ca. 140 km östlich von Seoul und ist mit dem Bus in 90 Minuten (wenn kein Stau ist) zu erreichen. Und genau solch eine Busfahrt unternahm ich gestern mit einer anderen deutschen Freundin. Der Besuch in Wonju stand eh auf dem Plan und da nun dort gerade das Hanji-Festival (Hanji = traditionelles koreanisches Papier) stattfindet, hatten wir einen Grund mehr für diesen Ausflug.

Wonju ist ein Zentrum der Herstellung von Hanji, weswegen es dort auch ein Hanji-Museum gibt. Das Festival wird im Museum bzw. auf dem Gelände um das Museum herum fünf Tage lang veranstaltet. Offizieller Beginn scheint gestern erst um 15 Uhr gewesen zu sein, so dass am späten Vormittag, als wir dort ankamen, noch nicht viel los war. Nur Kinder waren zugegen und zwar unzählig viele Gruppen. Neben Kindergarten- und Grundschulkindern haben wir sogar ganz Kleine gesehen, noch keine drei Jahre alt.

Als wir uns bei den Ständen auf dem Außengelände etwas umschauten, fragte mich eine junge Frau, die mit einer Grundschulklasse gekommen war, etwas auf Koreanisch. Ich verstand etwas von "Foto machen" und nahm an, dass ich sie zusammen mit den Kindern fotografieren sollte. Als sie dann die Kinder gruppiert hatte und sich mit ihrer Kamera vor diese stellte, wurde mir klar, dass ich mit auf das Foto sollte. Eine ungewöhnliche Bitte, aber warum nicht ? Ich fotografiere ja die Koreaner, vor allem die Kinder, auch, wo es nur geht.

Wenigstens war ich so geistesgegenwärtig, einer meiner Begleiterinnen meine eigene Kamera in die Hand zu drücken, so dass ich ein schönes Erinnerungsfoto von diesem Ausflug habe.

Auf den untenstehenden Fotos sind Beispiele dafür, wie vielseitig Hanji verwendet wird, zu sehen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0