Dieses und Jenes, vor allem Schönes

Donggang Photo Museum
vor dem Donggang Fotomuseum

Das letzte Wochenende war wieder einmal sehr erlebnis- und abwechslungsreich, haben wir doch bei unserer Fahrt durch die Provinzen Gangwon-do und Chungcheongbuk-do wieder zahlreiche Facetten von Koreas Natur und Kultur gesehen bzw. hautnah erlebt. Es gab weniger Schönes - wie jedes Mal ist hier der viele Verkehr auf der Autobahn zu nennen, aber auch die Erfahrung, dass das Essen auf einer Autobahnraststätte eben mal nicht von guter Qualität ist oder dass man ein Hotelzimmer in nicht ganz so sauberem Zustand vorfindet. Aber das Meiste dessen, was uns an diesen zwei Tagen vor die Augen gekommen ist, war bezaubernd.

Unser erstes Ziel am Samstag war das Donggang Fotomuseum in der Stadt Yeongwol, ca. 160 km südöstlich von Seoul. Dort findet gerade das 12. Internationale Fotofestival statt und nicht nur die Fotos waren beeindruckend, sondern auch der Museumsbau. Das an sich schon sehr großzügig angelegte Museum, das im Juli 2005 eröffnet wurde, hat kürzlich  einen 3stöckigen Erweiterungsbau erhalten. Yeongwol ist tiefste Provinz und ich frage mich, wofür die vielen Ausstellungshallen genutzt werden, wenn das Fotofestival vorbei ist.

Nach so viel Kunst gaben wir uns dem Genuss von Natur und Traditionellem hin. Beides musste erwandert werden. Zunächst hieß es, zu einem Aussichtspunkt zu gelangen, von wo aus man auf eine Landzunge im Fluss Donggang blicken kann, die in ihrer Form und Oberfläche der Koreanischen Halbinsel ähnelt. Es war wirklich schön anzuschauen, aber dass wir dort nicht allein waren, erklärt sich von selbst.

Danach besuchten wir noch den Beobheungsa, einen über 1000 Jahre alten Zen-Tempel, dessen Gebäude malerisch an einem Berg verstreut errichtet wurden. Dort wiederum herrschte eine ungewohnte Stille - außer Vogelgezwitscher, dem Zirpen der Zikaden und dem Gebet der Mönche drang kaum ein Laut an unser Ohr.

Das sollte sich dann später am Abend - wir waren nach Wonju gefahren - auf dem Hanji-Festival ändern. Im Gegensatz zu Donnerstag, als auf dem Festivalgelände noch nicht viel los war, ging dort die Party ab. Als wir gegen 20 Uhr eintrafen, war gerade ein Konzert in vollem Gange - mit ohrenbetäubender Lautstärke (siehe Videos). Deshalb hielten wir es auch nicht lange aus, aber der eigentliche Höhepunkt für uns waren ja die zahlreichen, aus Hanji gefertigten Lampions, die nun die Umgebung in warmes Licht hüllten.

Nach einer Nacht in einem sogenannten Touristenhotel in Wonju (Nachdem wir uns beschwert hatten, wurde auch das Bad noch gereinigt.) fuhren wir über die Berge Richtung Ostküste. Diese Anblicke, wenn sich vor einem die Berghänge auftun wie auf einer chinesischen Tuschezeichnung, bezaubern mich immer wieder. Wenn man die Sünden der Zivilisation - und damit meine ich nicht bewirtschaftete Felder - ausblendet, kann man die Landschaft hier nur schön nennen.

Nach einem Abstecher zu einer stillgelegten Bahnstrecke, die jetzt für sogenannte Railbikes genutzt wird (Wir konnten leider nicht damit fahren, weil die Wartezeit zu lang war.) langten wir am frühen Nachmittag am Strand an. Diesen hatten wir fast für uns allein, die Saison war schließlich vorbei. Und weil bestes Badewetter herrschte und sowohl Wassertemperatur als auch Seegang angenehm waren, hüpften wir auch mal kurz ins Meer. Nach dieser Erfrischung suchten wir uns im nahegelegenen Samcheok ein Cafe und fuhren anschließend noch in ein wunderschönes Tal, das die Koreaner Paradiestal nennen. Für eine kurze Wanderung entlang des Flusslaufs mit Tempelbesichtigung hatten wir noch Zeit. Die Tagesbesucher machten sich nach und nach auf den Heimweg und so hatten wir den Weg fast für uns allein - welch eine Seltenheit in Korea.

Das Paradiestal haben wir uns schon mal vorgemerkt für die Laubfärbung, aber ob wir es dorthin noch einmal schaffen, ist ungewiss.

 

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