Kunst und Handwerk

Craftsbiennale Cheonju

Die Ereignisse überschlagen sich und nun muss ich erstmals gegen das Prinzip der chronologischen Berichterstattung verstoßen.

Gestern (09. Oktober) sind wir schon wieder in den Genuss eines offiziellen Feiertages gekommen und wie es der Zufall wollte, war gestern auch der "Deutsche Tag" auf der Internationalen Kunsthandwerk-Biennale in Cheongju.
Cheongju, die Hauptstadt der Provinz Chungcheongbuk-do, liegt recht zentral in Südkorea, ca. 130 km südlich von Seoul. Die Stadt hat sich mit der Kunsthandwerk-Biennale, die 1999 ins Leben gerufen wurde und sich seitdem zur weltweit größten ihrer Art entwickelt hat, einen Namen gemacht.

In diesem Jahr, passend zum 130-jährigen Bestehen der Deutsch-Koreanischen Beziehungen, ist Deutschland das Gastland auf der Biennale.

Es ist kaum zu glauben, aber allein aus Deutschland haben 132 Künstler insgesamt 535 Arbeiten präsentiert.

Für die Ausstellung wurde ein idealer Platz gefunden: eine stillgelegte Fabrik, in der früher Tabak verarbeitet wurde. Es ist dort richtig viel Platz, nicht nur für die Ausstellung der unzähligen kunsthandwerklichen Arbeiten, sondern auch für großräumige Installationen, Projekte mit den Einwohnern und Workshops. 

Wir waren diesmal ausnahmsweise nicht allein unterwegs, sondern mit dem Deutschen Club, der eine Einladung zum "Deutschen Tag" erhalten hatte. So konnten wir uns ganz entspannt in den Bus setzen und genossen auf der Biennale sozusagen einen VIP-Status.

Wir waren mehr als acht Stunden auf dem Gelände, die aber wie im Flug vergangen waren. Erst haben wir uns die Ausstellung angesehen, dann an einem Workshop einer Münchner Goldschmiedemeisterin teilgenommen und schließlich dem offiziellen Teil des "Deutschen Tages" beigewohnt. Es gab ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit koreanischer und deutscher Beteiligung (das Weimarer Bläserquintett spielte), es wurden die üblichen Reden gehalten (vom Bürgermeister Cheongjus sowie vom Deutschen Botschafter) und uns als geladenen Gästen wurde zum Abschluss ein überwältigendes Buffet mit kalten und warmen Speisen, die ich weder alle kosten konnte noch alle aufzählen könnte, geboten.

Und da der Busfahrer sich hatte überreden lassen, so nach Seoul hereinzufahren, dass er uns in der Nähe unserer Wohnung aussteigen lassen konnte, waren wir sogar noch vor allen Anderen zu Hause.

Um auf meinen Eingangssatz zurück zu kommen: der Bericht über unseren Ausflug nach Jeju, wo wir vorher waren, wird später erscheinen.

 

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