Goldener Oktober - Festivalzeit

Jinju Lantern Festival
auf dem Laternenfestival in Jinju

Hier in Korea ist mir der Herbst die liebste Jahreszeit, und der schönste Monat ist der Oktober. Die Luft ist nicht mehr so feucht wie im Sommer, der Himmel meistens blau, die Temperaturen angenehm und in der zweiten Oktoberhälfte färben sich nach und nach die Bäume. Es ist auch der Monat, in dem die Koreaner scheinbar am meisten unterwegs sind. Gewandert wird sowieso und da sich die Koreaner auch gern entertainen lassen, gern essen und einkaufen, wird allerorten im Oktober ein Festival veranstaltet. Es gibt Festivals die mit Essen zu tun haben (Apfel-, Ginseng-, Maronen-, Pilz-, Beeffestival, um nur einige zu nennen) und solche mit Tradition und kulturhistorischem Hintergrund (z.B. Masken-, Laternenfestival). Wen wundert es da, dass nicht nur die Einheimischen, sondern auch wir viel unterwegs waren.
Am zweiten Oktoberwochenende sind wir in die Provinzen Gyeongsangnam-do und Jeollannam-do gefahren mit dem Ziel, in der Stadt Jinju das Laternenfestival zu besuchen. Dieses Festival ist jedes Jahr ein Anziehungspunkt nicht nur für die 350.000 Einwohner der Stadt sondern auch für viele in- und ausländische Touristen. Natürlich war es dort voll, an einem Samstagabend hatte ich nichts anderes erwartet. Das Festivalgelände, das sich über mehrere Hundert Meter an beiden Ufern des Namgang (Südfluss) sowie über das Gebiet der alten Festung erstreckte, war sehr groß, so dass sich die Massen verliefen. Und Laufen bzw. Gehen musste man wahrlich viel, wenn man all die einfallsreichen Figuren, die dort als Laternen standen, anschauen wollte. Ich habe wirklich gestaunt, was dort auf die Beine gestellt und wieviel Mühe und Liebe zum Detail in die Gestaltung gesteckt wurde.
Natürlich war der Festivalbesuch nicht unser einziger Programmpunkt an diesem Wochenende. Wir besuchten außerdem die Internationale Expo für traditionelle Medizin in Sancheong, die ebenfalls gut besucht war, sowie zwei sehenswerte Tempel. Dass wir für den Tempelbesuch einen ungünstigen Zeitpunkt gewählt hatten, merkten wir spätestens, als wir zum Haeinsa hinauffuhren. Zu diesem berühmten Tempel, der Weltkulturerbestätte ist, bewegte sich an diesem Sonntagnachmittag eine wahre Völkerwanderung. Die Tempel sind meistens von einzigartiger Schönheit und befinden sich immer an besonderen, ausgewählten Orten. Und ich finde es immer sehr schade, dass man die Atmosphäre, die von solch einem Ort ausgeht, nicht richtig auf sich wirken lassen kann. Es gab schon Ausnahmen und wir waren allein an einem Tempel. Aber sobald ein Tempel eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, sind dort immer viele Besucher zugegen. Aber so ist es nun einmal in Korea.

Das dachten wir uns auch, als wir in diesem Jahr wieder in Busan zum Feuerwerksfestival waren. Die Menschenmassen kann man nicht beschreiben, das muss man erlebt haben - oder eben lieber nicht. Aber das Feuerwerk war grandios und ich bezweifle, dass ich Derartiges jemals in Deutschland oder irgendwo in Europa zu Gesicht bekommen werde.

Aber auch sonst ist Busan eine Reise wert. Die Stadt kann man nicht schön nennen, aber die Lage zwischen Bergen und gleichzeitig am Meer mit schönen Stadtstränden hat was.

In den verschiedenen Galerien gibt es Fotos vom Laternenfestival sowie von den besuchten Tempeln zu sehen.

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