Blütenrausch

Jinhae Cherryblossoms
oberhalb von Jinhae

Was für ein ungewöhnliches Frühjahr ! Es ist noch nicht einmal Mitte April und die Kirschblüte ist schon wieder Geschichte. Weil diese so früh und unverhofft begann und innerhalb weniger Tage vorbei war, hatte ich in diesem Jahr kaum Gelegenheit, die verschiedenen Plätze mit Kirschbäumen in Seoul zu besuchen. Dafür wurde ich vergangenes Wochenende mit dem Anblick Tausender blühender Kirschbäume belohnt.
Jinhae, im Süden des Landes, ist die Kirschblütenstadt Südkoreas und die Fahrt dorthin hatten wir lange im Voraus geplant - mit der Hoffnung, zur rechten Zeit dort zu sein. Aber nicht nur in Jinhae, wo sich zur Zeit des alljährlich stattfindenden zehntägigen Festivals mehr als eine Million Besucher einfinden, stehen unzählige große, alte Kirschbäume. Auch in Changwon, der Provinzhauptstadt von Gyeongsangnam-do, wo wir übernachtet haben, sind die Straßen zu beiden Seiten kilometerlang mit Kirschbäumen gesäumt. Was für ein Anblick !

Am Samstag machten wir unseren ersten Besichtigungshalt im Seongju Hangae Folk Village. Ein Ort wie aus einer anderen Zeit mit nett anzusehenden traditionellen Häusern. Die freundliche Dame am Informationskiosk entschuldigte sich unter mehreren Verbeugungen dafür, dass sie nicht Englisch spricht, aber ansonsten sahen wir, bis auf ein paar Männer, die eine Mauer rekonstruierten, keinen Menschen.

Menschen hatten wir dann in Jinhae mehr als genug, erst am Samstagabend, als wir uns ca. 4 Stunden dort aufhielten, um an verschiedenen Stellen die Kirschblüten zu bewundern, und dann am Sonntagvormittag, als wir erst ein Stück die Anmin Bergstraße oberhalb des Ortes unter Kirschbäumen flanierten, und später am Bahnhof von Gyeonghwa, wo Tausende darauf warteten, einen Zug unter Kirschbäumen entlangfahren zu sehen. Es hätte noch viel mehr Stellen mit schön blühenden Kirschbäumen gegeben, aber irgendwann ist dann doch genug und wir besichtigten am Sonntag lieber noch zwei Tempel, darunter den Tongdosa, Haupttempel des Jogye-Zweigs des koreanischen Buddhismus sowie einer der "drei Juwelen" unter den Tempeln Koreas. Gegründet im Jahr 646 ist der Tongdosa heutzutage der größte Tempel in Korea. Ein schöner Ort, an dem es viel zu entdecken gibt und wo wir uns gut zwei Stunden aufhielten, ohne zu bemerken, wie die Zeit vergeht.

Auch wenn die Heimfahrt wegen des unausweichlichen Staus kein Vergnügen war, hat sich die Fahrt in den Süden doch gelohnt und uns wieder unvergessliche Eindrücke beschert. 

Fotos von der Kirschblüte gibt es in der "Galerie Südkorea - im Land".

 

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