Kaffee, Kunst, Kirschblüten

Garden of Ho-am Art Museum
im Garten des Ho-am Kunstmuseums

Das mich das Thema "Kaffee" hier in Korea interessiert, ist zumindest denjenigen bekannt, die sich schon mal meine Fotos der verschiedenen Cafés in Seoul angeschaut haben. Da kam die Seoul Coffee Expo, die wir letzten Samstag besuchten, wie gerufen, um sich noch auf anderer Ebene mit diesem Thema zu beschäftigen.

Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was mich auf dieser Messe erwarten würde und ließ mich überraschen. Zunächst war sie gut besucht und vor allem junges Publikum - eben der Teil der Bevölkerung, der auch den größten Anteil der Cafébesucher ausmacht - strömte in die Hallen. Dort fand man all das vor, was man als privater Kaffeekonsument oder Cafébetreiber so benötigt: Kaffeemaschinen aller Größenordnungen und Preisklassen, sämtliches Zubehör von der Röstmaschine bis zum Geschirr, natürlich Kaffeebohnen und-pulver sowie Tee und Fertigprodukte für Mixgetränke. Nicht wenige Hersteller der genannten Produkte aus dem Ausland versuchen, auf dem wachsenden koreanischen Kaffeemarkt Fuß zu fassen. So war Tchibo mit einem Stand vertreten und präsentierte seine Kapselmaschine "Cafissimo".

Auf einer Verbrauchermesse muss es selbstverständlich auch Kostproben geben (die Koreaner stellen sich dafür gern und lange an) und da wir aus der Besuchermasse optisch herausragten, war es für uns auch nicht schwierig, solche zu erhaschen. Als wir nach zwei Stunden die Messehalle wieder verließen, war mir aufgrund der zugeführten Koffeinmenge doch etwas schummrig zumute.

 

Am Sonntag hatten wir dann ein Ziel, das optischen Genuss versprach: das Ho-am Kunstmuseum. Das Museum, ca. 40 km südlich von Seoul gelegen, beherbergt die private Kunstsammlung des Gründers der Samsung-Gruppe Byung-chull Lee. Die Exponate sind eine schöne Auswahl traditioneller koreanischer Kunst: Malerei, Kalligraphie, Keramiken, Möbel sowie buddhistische Kunst. Aber am Sonntag war das Gelände, auf dem das Museum in den Jahren 1976-78 erbaut wurde, weitaus mehr gefragt. Im Hee Won, einem traditionellen koreanischen Garten mit einer Fläche von 66.446 m², der im Mai 1997 fertiggestellt wurde, blühte es an allen Ecken und Enden. Was uns am meisten überraschte und erfreute, waren die vielen Kirschbäume, die noch in voller Blüte standen. Damit hatten wir nicht mehr gerechnet, aber außerhalb der Stadt sind die Temperaturen eben doch etwas niedriger und so konnte sich die Kirschblüte länger halten als in Seoul.

Fotos vom Ho-am Museum und Garten gibt es in der "Galerie Südkorea - im Land" zu sehen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0