Tradition und Moderne

Ansan Oeam Folk Village
im Ansan Oeam Folk Village

Gegensätzlicher hätten unsere Ausflugsziele am letzten Wochenende nicht sein können. Wir hatten uns einen Tagesausflug mit verschiedenen Besichtigungspunkten zusammengestellt und fuhren zunächst Richtung Asan, eine Industriestadt, 100 km südlich von Seoul in der Provinz Chungcheongnam-do gelegen. Ein Stück außerhalb der Stadt wurde eine Siedlung aus 86 traditionellen Häusern erhalten und aufwändig restauriert - das Asan Oeam Folk Village. Es wurde vor über 500 Jahren von einer Adelsfamilie gegründet und einige Nachkommen der Gründerfamilie leben noch heute hier. Da die Häuser - alle über 100 Jahre alt - bis auf wenige Ausnahmen bewohnt sind, konnten wir zwar zwischen den Grundstücksmauern entlangbummeln und auch das eine oder andere Grundstück betreten, aber ein Einblick in die Häuser war nicht möglich. Enttäuschend für uns war die Tatsache, dass die zwei koreanischen Gärten, die sich dort auf den Grundstücken befinden, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.
Unseren zweiten Halt machten wir am Tempel Sudeoksa, der am südlichen Hang des Deoksung Berges, ca. 70 km südwestlich von Asan liegt. Schon bei der Ankunft sahen wir, dass sich dieser Tempel großer Beliebheit erfreuen muss. Hatte sich doch ein richtiges Tempelstädtchen mit vielen Restaurants und Souvenirshops etabliert. Das ist nicht immer so. Schon an so manchem Tempel war es nicht möglich, etwas zu essen zu bekommen. Mehr über diesen Tempel ist in der "Galerie - Tempel in Südkorea" zu erfahren.

Als wir gegen 17 Uhr das Tempelgelände verließen, hatten wir 120 km bis Songdo vor uns, wo wir den Abend verbringen wollten. Über diese neue Stadt, die unweit des Flughafens Incheon entsteht, hatte ich an dieser Stelle bereits berichtet. Leider mussten wir auf der Autobahn mit ansehen, wie die Sonne als Feuerball unterging - es war mal wieder Stau. Ich konnte gerade noch das letzte Licht mit meiner Kamera einfangen, als wir nach 19:45 Uhr endlich das Auto am Central Park in Songdo geparkt hatten. In der benachbarten Canal City, einer Einkaufsmeile mit einer künstlichen Wasserstraße, fanden wir dann die Bewohner von Songdo beim Shoppen und Dinieren. Die Restaurants waren so gut besucht, dass wir uns an anderer Stelle etwas für das Abendessen suchen mussten. Alles, was neu und modern ist, findet eben Anklang bei den Koreanern, auch wenn man die gleichen Geschäfte und Restaurants anderswo auch antrifft.

Songdo ist am Wachsen und bald wird es eine andere, neuere Attraktion geben - ein Grund zum Wiederkommen.

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