Wo die Sonne aufgeht...

Homigot, Tigerstatue
Tigerstatue auf Homigot

... zumindest für die Koreaner, waren wir am letzten Juniwochenende.

Aber der Reihe nach. Am Samstag hatten wir erst einmal eine Strecke von ca. 300 km nach Südosten zurückzulegen, bevor wir um die Mittagszeit bei unserem ersten Ziel ankamen, einem Haus im traditionellen Stil aus dem Jahr 1532. Leider konnten wir nur einen kleinen Teil des Grundstücks betreten, da das Anwesen als Pension genutzt wird. Aber schon allein das, was wir von außen sehen konnten sowie die wunderschöne Umgebung war die Anfahrt wert gewesen. Wir blieben dann auch am Nachmittag zunächst im Gebiet von Gyeongju, wo wir schon im Oktober 2012 einmal gewesen waren. Diesmal war das Wetter bedeutend schöner und wir nutzten die Gelegenheit für einen nochmaligen Rundgang durch das Yangdong Folk Village. Bei Sonne sah das doch alles viel schöner aus ! Allerdings war es auch sehr anstrengend, in der Sonne, bei 30°C die steilen Wege im Dorf zu bewältigen. Aber es wartete ja eine Erfrischung auf uns. Unser nächstes Ziel war die Stadt Pohang, die zwar ein Zentrum der Schwerindustrie ist, aber auch schöne Strände hat. Und so nahm ich in diesem Jahr mein erstes Bad in der "Ostsee" - sehr erfrischend.
Die Nacht verbrachten wir dann in einem netten kleinen Hotel in Pohang. Dessen Nähe zum Busbahnhof brachte es mit sich, dass wir keinerlei Probleme hatten, etwas zum Abendessen zu finden.

Um den östlichsten Punkt der Koreanischen Halbinsel aufzusuchen, wäre natürlich die Zeit des Sonnenaufgangs am besten gewesen. Aber die Sonne ging um 5:16 Uhr auf und das war uns zu früh. So fuhren wir am Sonntagmorgen erst einmal zum Tempel Oeosa. Diesen im Morgenlicht und bei zu dieser Zeit noch strahlend blauem Himmel zu sehen, war sehr beeindruckend. Dann endlich machten wir uns auf den Weg nach Homigot. So heißt die Halbinsel, die den östlichsten Punkt von Korea darstellt. "Homigot" setzt sich aus den Silben "ho" für Tiger, "mi" für Schwanz und "got" für kleiner Hafen zusammen. Die Form der Koreanischen Halbinsel wird als Tiger und die Insel Homigot als der zugehörige Schwanz gesehen. Deshalb steht dort, unweit des Leuchtturms - dem Wahrzeichen der Halbinsel - auch eine Tigerstatue.

Heutzutage ist Homigot für sein Sunrise Festival bekannt, das seit 1999 jährlich zu Neujahr gefeiert wird. Als wir dort unsere Besichtigungsrunde beendet hatten, ging´s auf zur Tempeltour. Wir schafften es, an diesem Sonntagnachmittag drei Tempel zu besichtigen und auf einen Berggipfel zu einer steinernen Buddhastatue hochzusteigen. Als wir letzteres in Angriff nahmen, wussten wir zum Glück nicht, was auf uns zukommt und glücklicherweise schien die Sonne nicht mehr. Die Luftfeuchtigkeit und die Anstrengung bei der Überwindung von 200 Höhenmetern reichten aber aus, dass wir völlig verschwitzt beim Buddha ankamen. Oben wehte dann ein frischer Wind und die ganz besondere Atmosphäre an diesem Pilgerort sowie der Blick auf die umliegenden Berge und Wälder ließen uns die Beschwerlichkeit des Aufstiegs bald vergessen. Unser letzter Eindruck, bevor wir an diesem Abend wieder Richtung Seoul fuhren, war der Anblick eines nahezu menschenleeren Tempels, wo eine Nonne die Trommel zum Abendgebet schlug.
Fotos habe ich eingestellt in die "Galerie- Tempel in Südkorea" sowie "Galerie Südkorea - im Land, Highlights der Provinz Gyeongsangbuk-do".

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0